Evangelischer Kindergarten Wendelstein feierte das „40jährige“ im Pfarrgartenweg

Vor mehr als 150 Jahren wurde in Wendelstein erstmals ein Kindergarten eingerichtet. Er hieß damals noch „Kinderbewahranstalt" und wurde von der evangelischen Kirche betrieben. Die Betreuung der Kinder hatten damals Diakonieschwestern aus Neuendettelsau. Inzwischen ist der evangelische Kindergarten zweimal umgezogen im Ort, befindet sich seit 40 Jahren im Pfarrgartenweg und ist heute eine „Kindertagesstätte". Dieses Jubiläum des Umzugs vor 40 Jahren war der freudige Anlass für ein Jubiläums-Sommerfest, das der Kindergarten jetzt gemeinsam mit vielen Gästen, Eltern und Ehrengästen bei bestem Wetter feiern konnte.

„Hier ist der Kindergarten seit 40 Jahren untergebracht, aber es gibt ihn in Wendelstein als Institution der evangelischen Kirche bereits seit 1863 - und damit seit über 150 Jahren" ging Pfarrer Norbert Heinritz bei seinem Grußwort zur Jubiläumsfeier kurz auf die Geschichte dieser Institution ein. Einhergehend mit der Entsendung der Neuendettelsauer Diakonisse Luise Ziegler nach Wendelstein, um hier die neugegründete „Kinderbewahranstalt" als Vorläufer des Kindergartens zu betreuen, entstand damals in der Marktgemeinde zugleich ein „Verein für weibliche Diakonie in Wendelstein", aus dem der heutige Diakonieverein hervorging.

Die bekanntesten Diakonissen nach Luise Ziegler in Wendelstein waren im 20. Jahrhundert die beiden über 50 Jahre lang hier wirkenden Julie Mielich und Babette Aurich, die zudem die Diakoniearbeit um Mädchenkreise, Handarbeitsunterricht und eine Industrieschule für die weibliche Jugend bereicherten. Zu deren Zeit hatte die „Kinderbewahranstalt" bereits den ersten Ortswechsel hinter sich und war von den Gebäuden der heutigen Glaserei Weikersdorfer in den Altort in die Rathausgasse umgezogen. Auch hier wurden jedoch in den 1970er Jahren die Räumlichkeiten zu klein, weshalb im Juli 1977 der erneute Umzug in den Pfarrgartenweg anstand.

Grußworte der Ehrengäste und Vorführungen der Kinder

Die Eröffnung des Jubiläums- und Sommerfests übernahmen als Hauptakteure des Tages die Kinder der vier Kindergartengruppen. or vielen Festbesuchern und den Ehrengästen bekamen sie für ihre einstudierten Lieder- und Tanzvorführungen viel Beifall. Als „Hausherr" oblag Pfarrer Norbert Heinritz das erste Grußwort, mit dem er neben dem Rückblick auf die Kindergartengeschichte vor allem vielen ein „herzliches Danke" sagte: Allen ehemaligen und aktuellen Verantwortlichen und Mitarbeitenden im Kindergarten, den Kindern für ihre schönen Vorführungen, den Eltern und auch dem Landkreis und der Gemeinde für deren langjährige Unterstützung. „Aus der Kinderbewahranstalt von 1863 ist heute eine moderne Kindertagesstätte geworden und diese ist eigentlich viel mehr - nämlich ein Kinderparadies", umriss er zudem den pädagogischen Wandel im Kindergartenwesen.

In Anlehnung an eine der Vorführungen zuvor nahm Bürgermeister Werner Langhans gern das Festmotto „Wendelstein ist bunt" auf und erinnerte neben dem Dank an alle hier zum Besten der Kinder arbeitenden Fachkräfte auch an die große Auswahl an Kindertagesstätten und Betreuungsangeboten in der Marktgemeinde. Während vor ihm Pfarrer Heinritz als Geschenk ein Paar Handpuppen zum Jubiläum übergeben hatte, bestand das Jubiläumsgeschenk des Bürgermeisters in einer ebenso willkommenen Geldspende.

„Laßt die Kinder auch Kinder sein und denkt trotzdem an gute Erziehung!"

Als weiterer Ehrengast blickte Landrat Herbert Eckstein humorvoll an seine Kindergartenzeit im Altort zurück und hatte zugleich eine Bitte an alle Eltern: „Laßt die Kinder auch Kinder sein und denkt trotzdem an gute Erziehung!". An die Kinder und Eltern richtete er die Bitte, nicht nur heute beim Jubiläum denen „Danke" zu sagen, die in den Kindergärten mit viel Zeit und Aufwand die tägliche Kinderbetreuung übernehmen. Als Jubiläumsgeschenk hatte er für den Kindergarten Spielzeug mitgebracht.

Nach diesen Grußworten wurde das Festprogramm mit vielen Aktionen und Angeboten offiziell eingeläutet: Im Gang des Kindergartens waren Bilder und Fotoalben zu sehen, die das Leben vor Ort vom Umzug im Juli 1977 bis heute dokumentierten. Viele Festbesucher und Eltern heutiger Kindergartenkinder fanden sich hier nach kurzem Suchen überraschend wieder. An Mitmachangeboten waren ein Luftballonwettbewerb und Aktionen wie Kinderschminken geboten und. Gut besucht war auch das „Hand- und Fußtheater" von Anne Klinge mit dem Märchen vom „Gestiefelten Kater" und Kater Kasimir, dem Müllerburschen Willibald und dem König als Puppen.

Die Aktivitäten fanden sowohl in den Gruppenräumen der vier Kindergartengruppen - der Schmetterlings-, der Bienen-, der Käfer- und der Froschgruppe -  statt als auch in der Turnhalle und im Gang. Im Freien gab es für die Festgäste ein großes Angebot gegen den Hunger mit Kaffee und Kuchen sowie Getränken und Gegrilltem. Ganz im Sinne der Grußworte zuvor galt hier seitens der Kindergartenleitung auch nochmals ein öffentliches „Dankeschön" an alle freiwilligen Helferinnen und Helfer im Hintergrund des Jubiläums-Sommerfests, die das Kindergartenteam in besonderer Weise unterstützt haben. (jör)