Gereimte Faschingspredigt von Norbert Heinritz am 3.3.2019 zu Psalm 103

Liebe Gma, liebe Leut,
ein schöner Psalm ist das heut,
dieser Psalm einhunderdrei
geht richtig in mei Herz da nei.


Psalm 103

1 Lobe den HERRN, meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
2 Lobe den HERRN, meine Seele,
und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
3 der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen,
4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,
5 der deinen Mund fröhlich macht und du wieder jung wirst wie ein Adler.
8 Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte.
10 Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
12 So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
13 Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.


Ich freu mich einfach über’s Lebn,
das mir der liebe Gott hat gebn.
Ja, es gibt so viel zum Loben
unsern lieben Herrgott droben.
Da brauchst blouß dei Aug’n aufmachen,
es gibt so viel zum drüber Lachen,
weil er ein'm werkli so viel schenkt.
Man hoffentlich dann a dran denkt.

Drum freu dich, sing und lob den Herrn,
denn er hat dich fei werkli gern.

Aafgstanden bist heut aus'm Bett,
rausküpft vielleicht oder a net.
Jedenfalls bist jetzt auf deine Ba,
sonst wärst du nämlich jetzt net da.

Und Ohrwaschel hat dir der Herrgott gebn,
Hören kannst in dein'm lange Lebn,
was er dir aus der Bibel sagt,
welch Freud er dir fei dauernd macht.
Und selbst wenn‘s Hören dann schlechter wärd,
gibt’s immer noch ein Hörgerät;
Solch Dinge fall'n den Menschen ein,
Da mou ma Gott doch dankbar sein.

Und sehen kannst mit deine' Augen,
Kannst dir die ganze Welt anschauen.
Und wennst mal brauchst a neue Brilln,
sei doch dankbar! Um Gottes Willen!
Von meiner Tante Rosi hab ich als Kind
glernt, dass, sogar wenn man is blind,
trotzdem kann zufrieden sein,
wenn Gottes Wort geht da hinein.

Drum freu dich, sing und lob den Herrn,
denn er hat dich fei werkli gern.

Für‘n Sonneschein können wir ihn loben,
a für die Regenwolken droben.
Für die Weckla auf unserm Tisch,
und vom Reithinger an guten Fisch.
Für die Kartoffeln groß oder kla,
und für a Bio-Buttlesba.
Für saubere Luft aus unserm Wald
und für‘s gebraute Bier aus Spalt
Für Omas leckren Hefezopf
und für a Dach übern Kopf.
Für Gsundheit und für Glück
a wenn’s machmal zwack und zwickt.
Und für Frieden über siebzig Jahr,
uns gehts so gut. Macht euch des klar!

Drum freu dich, sing und lob den Herrn,
denn er hat dich fei werkli gern.

Gott kannst du a nu dafür danken,
dass du dazu g'hörst zu die Franken.
Weil Franken ham nämlich gut lachen,
als Gott verteilt hat alle Sprachen,
hat er uns Franken erst vergessen,
hat keine Sprache mehr besessen.
Da ging der liebe Gott in sich,
hat g'sagt: Dann red ihr so wie ich.

Gell, wir ham an schöner Dialekt
a wenn‘s nu net jeder hat entdeckt.
Freilich mit‘m Loben denna mir uns a weng schwer.
mir komme da manchmal a weng maulfaul daher.
Gibt’s daham amol was ganz guts für Magen,
sagn mir: Da kann ma werkli nix sagn.
Wenn einer a Predigt loben mächt,
sagn mir: Na ja, des war net so schlecht!
Und das größte Lob – du wasst scho -
ist bei uns Franken einfach: Passt scho.

Stellt dir vor, wie tät des klinge,
wenn wir dann in der Kirchen singe,
statt: "Großer Gott, wir loben dich",
"gar net so schlecht, Herrgott, find ich".
Oder wenn wir antworten auf Gottes Wort,
statt Amen: "Passt scho, lieber Gott."
Und statt: Hosianna in der Höh,
sagn mir dann: "Na ja, des ist scho schee."

Für uns Franken is also beim Loben
scho no a weng a Luft nach oben.

Drum freu dich, sing und lob den Herrn,
denn er hat dich fei werkli gern.

Freilich gibt’s auch trübe Zeiten.
Auch mancher Christ muss leiden.
Doch obacht, dass des net passiert,
dass ma den rechten Blick verliert;
dass wir das Schöne net vergessen
vom Schlimme viel zu sehr besessen.
Drum mahnt uns heut unser Psalmist,
dass man das Gute net vergisst.
Ja, gib in deinem Leben acht,
was hat Gott net alles Gutes gmacht.

Vor allem tut er dir vergeben
die Sünden, die du hast im Leben.
Ich weiß scho, des hören wir net so gern,
dass wir Sünder sind vorm Herrn.
Des is a werkli net zum Lachen,
was wir so manche Fehler machen.
Doch so zu tun, als wenn nix wär,
das belastet noch viel mehr.

Da mei ma gar net so weit blicken,
zu manche obern Katholiken.
Vertuschen und net drüber reden,
nix ändern, bloß fromm beten,
des allans hilft net recht weiter.
Da wär‘s werkli doch viel g'scheiter,
klar zu seiner Schuld zu stehn,
und umkehren, neue Weg' zu gehn.

Warum net den Zöllibat beenden,
dass Priester endlich heiraten könnten,
dass sie Frau und Kinder hätten?
Der Kneißl wär a guter Vadder – wetten!

Und warum als Priester net a Frauen?
Die müssen doch blouß zu uns her schaun.
„Frauen könne des net?“ – Ach, von wegen!
Unsere Pfarrerinnen sind a großer Segen.

Da ham unsere Nachbarn noch was zu tu'.
Des lässt uns alle noch lang ka Ruh.
Was freilich a wir wissen müssten,
es gilt nämlich für alle Christen:
Wenn man von Liebe und Gnade redet,
wenn man um Gottes Beistand betet,
dann muss man a entsprechend handeln
und auf Gottes Wegen wandeln.

Also obacht: Zeigst auf andere mit dein'm Finger,
zeigen drei auf dich von dene Dinger.
Drum der eigenen Schuld ins Gesicht nei sehen,
umkehrn, neue Wege gehen,
mutig seine Sünden bekennen
und Gott dann in die Arme nei rennen.
Aus seiner grundlosen Gnade leben
und auch dem Nachbarn sei‘ Schuld vergeben.
Und dann am eigenen Leib erfahren,
dass Gott uns liebt mit Haut und Haaren;
dass er uns unsere Schuld vergibt,
weil er uns einfach von Herzen liebt.

Drum freu dich, sing und lob den Herrn,
denn er hat dich fei werklich gern.

Mein Leben erlöst er vom Verderben,
drum hab ich a ka Angst vom Sterben.
Und wieder jung wie a Adler sei,
oh ja, da freu ich mich fei.
Und fröhlich sein, den ganzen Tag.
Ach, wie sehr ich des doch mag!
Und alle Gebrechen macht er heil.
Na ja, der Satz ist scho a weng steil.
Wenn dir deine zwa blöden Knei
jeden Tag dena gescheit weh,
bei dem Satz denkst du dir dann fei:
des alles wird erst mal im Himmel so sei.
Doch weil Gott wie a guter Vadder is,
bin ich mir dessen auch gewiss,
dass ich dann an mein letzten Ende,
nei fall in Gottes gnädge Hände.

Drum freu dich, sing und lob den Herrn,
denn er hat dich fei werklich gern.

Und weißt, was mir fei richtig g'fällt:
Gott loben's auf der ganzen Welt.
Immer und zu aller Zeit
ist irgendwo einer zum Lob bereit.
Denk da mal richtig drüber nach:
So geht des werkli Tag für Tag
in Asien, Europa, Afrika,
immer ist irgendwo einer da.
In jedem klanna Augenblick,
is einer da, der's Lob zum Himmel schickt.
Ob ich schlaf, schnarch und träum,
ob ich grod mein Bus versäum,
ob ich unter der Dusche steh,
oder grod zur Arbeit geh,
ob ich mich ärgere über den blöden Tag,
oder mich freu, weil mich einer mag:
Irgendwo auf dem Planeten
tut einer singen, loben, beten.
Die Vorstellung ist doch wunderbar,
Des gefällt mir werkli ganz und gar.

Drum freu dich, sing und lob den Herrn,
denn er hat dich fei werklich gern.

Und so sag ich jetzt in Gottes Namen,
Danke, liebe Gott, und Amen.

 

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