Hoffnungsvoll ins neue Jahr

Damals: Ein Gefühl wie mit dem Rücken zur Wand. Denn als ich ein kleiner Junge war, drehten mir Asthma-Anfälle stundenlang die Luft ab. Und ich japste: „Lieber Gott hilf mir, bitte hilf mir doch!“ In der Bibel lese ich von einem verzweifelten Vater, der zu Jesus schreit (Markus 9,17–27). Sein Sohn hat „von Kind auf“ epileptische Anfälle – und keiner kann ihm helfen.

Aber doch vielleicht Jesus!? Der sagt zu ihm: „Alle Dinge sind möglich, dem, der da glaubt.“ Da platzt es aus dem Vater heraus: „Ich glaube, ich will es ja glauben, ich sehe doch auch keinen anderen Weg mehr, als dir zu vertrauen, dass du helfen kannst. Lass uns jetzt bitte nicht im Stich!“ Jesus hat den Jungen gesund gemacht, geheilt. Mich auch – nicht zuletzt durch die Hilfe von guten Ärzten.

Der biblische Vater und sein Sohn konnten zunächst nicht weiter sehen als bis zu dem erlebten Elend und zaghaft darüber hinaus glauben. Aber sie haben erfahren, dass es mehr gibt als die Not: Gottes Hilfe. Das haben sie nicht vergessen – und ich auch nicht. Gerade, wenn es eng wird, kann ich mich nach Gottes Hilfe ausstrecken.

Deshalb gehe ich hoffnungsvoll in das Neue Jahr – zum Beispiel mit den Worten von Dietrich Bonhoeffer: „Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.“ Ich glaube. Und mit dem Rücken zur Wand: Hilf meinem Unglauben!

Reinhard Ellsel

 

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