Kirchenvorstand - Was ist das?

Am 21. Oktober 2018 werden in ganz Bayern neue Kirchenvorstände gewählt, auch in unserer Kirchengemeinde. Doch was ist das überhaupt - ein Kirchenvorstand?

Was macht ein Kirchenvorstand?
Der Kirchenvorstand ist eine evangelische Spezialität. In ihm beraten und entscheiden gewählte Gemeindemitglieder gemeinsam mit dem Pfarrer oder der Pfarrerin auf Augenhöhe. Es geht um die Leitung der Kirchengemeinde - und das ist ein weites Feld. Es geht um Gebäude und Finanzen, Mitverantwortung beim Gottesdienst und dem Angebot der Gemeinde, das Personal, z.B. im Kindergarten, um die Auswahl eines Pfarrers/einer Pfarrerin, und um die geistliche Gesamtverantwortung. Der Kirchenvorstand wird für sechs Jahre gewählt und tagt in der Regel monatlich einmal.

Und wie kommt die Kandidatenliste zur Wahl zu Stande?
Dafür ist der Vertrauensausschuss zuständig. Er besteht in Wendelstein aus drei Kirchenvorstehern, ebenso vielen gewählten Gemeindegliedern und dem geschäftsführenden Pfarrer. Im Vertrauensausschuss sind Helga Löhlein, Kilian Brandenburg, Dieter Meyer, Isolde Heine-Wirkner, Gerhard Röttenbacher, Annette Rufflar und Pfr. Norbert Heinritz. Der Vertrauensausschuss ist auf mögliche Kandidaten zu gegangen, hat 16 Personen für die Kandidatur gewonnen. Hier finden Sie den endgültigen Wahlvorschlag.

Wie groß ist der Wendelsteiner Kirchenvorstand?
In Wendelstein werden von der Gemeinde acht Personen in den Kirchenvorstand gewählt. Diese berufen dann weitere zwei Personen. Gemeinsam mit Pfarrer Heinritz und Pfarrerin Büttner umfasst der Kirchenvorstand dann insgesamt zwölf Personen. Auf der Wahlliste werden 16 Personen stehen.

Wer darf eigentlich wählen?
Jedes Gemeindeglied ab 14 Jahren, wenn es konfirmiert ist, darf wählen. Ansonsten ist man ab 16 Jahren wahlberechtigt. Das Wahlalter ist auf 14 Jahre festgelegt, weil unsere Jugendlichen mit der Konfirmation alle Rechte und Pflichten als vollwertige Gemeindeglieder bekommen. Und zu den Rechten gehört eben auch das demokratische Recht zu wählen. Wählbar ist jedes evangelische Gemeindeglied der Wendelsteiner Kirchengemeinde ab 18 Jahren. Eine Berufung ist bereits ab 16 Jahren möglich.

Gibt es eine Altersgrenze nach oben für Kandidaten?
Nein. Es braucht erfahrene Ehrenamtliche genauso wie Menschen mit frischen Ideen. Und wer sagt denn, dass Ältere nicht auch unkonventionell und innovativ sein können?

Und wie wird gewählt?
Die Wahl 2018 wird als allgemeine Briefwahl durchgeführt. Das heißt, alle Wahlberechtigten erhalten bis Ende September 2018 per Post ihre Wahlunterlagen und können damit per Briefwahl oder im Wahllokal vor Ort ihre Stimmen abgeben.

Wie sieht es aus mit einer Quotenregelung für Frauen?
Es gab Zeiten, da wäre das notwendig gewesen. Aber anders als in den Aufsichtsräten der Konzerne sind Frauen in den Kirchenvorständen sehr präsent. Manche denken inzwischen schon eher über eine Männerquote nach.

Reicht es, wenn ich mich als Kandidat für einen Aspekt z.B. Jugendarbeit oder Kirchenmusik interessiere, oder muss ich mich in allen Bereichen auskennen?
Ein bestimmter Schwerpunkt ist völlig in Ordnung. Nur sollte die Verantwortung für das Ganze im Vordergrund stehen. Da hilft ein weiter Blick.

Sind Kirchenvorsteher auch bei den Sitzungen in der Dekanatssynode dabei?
Aus den Kirchenvorständen werden Mitglieder in die Dekanatssynode und in den Dekanatsausschuss delegiert und gewählt. Dort tragen sie Verantwortung auf der nächsthöheren Ebene. Außerdem wählen alle ca. 12.000 Kirchenvorsteher und Kirchenvorsteherinnen in Bayern die Landessynode, das "Parlament" der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. Sie ist Teil der Kirchenleitung, verabschiedet Gesetze und wählt den Landesbischof.